Gespräch über den Mangel und die Preisexplosion von Holz



Deutschland ist bekannt für seine „Do-it-yourself“-Heimwerker und als Land der Häuslebauer. Doch der Baubranche geht das Holz aus. „Steigende Rohstoffpreise machen der Baubranche zu schaffen und lassen die Baupreise explodieren. Uns ist es deshalb ein großes Anliegen, im Gespräch mit den betroffenen Branchen Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren. Der Holz-Notstand ist im Landkreis Ludwigsburg angekommen“, so Steffen Bilger MdB, Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur und der Bundestagskandidat Fabian Gramling.

Zusammen mit der Zimmerer-Innung Ludwigsburg und ihrem Obermeister Stefan Leibfried sowie Tanja Schöller, Geschäftsführerin bei Holzbau Link in Ludwigsburg haben sich Steffen Bilger und Fabian Gramling zu einem Informationsaustausch über die aktuelle Situation getroffen. Die Zimmerer-Innung vertritt im Landkreis 40 Mitgliedsbetriebe, die überwiegend im privaten Wohnungsbau aktiv sind.

Die Holzbaubranche steht vor einem großen Problem. Seit Februar sind die Preise für Baumaterialien geradezu explodiert, das „Bauen mit Holz“ ist definitiv in der Gesellschaft angekommen und wird aus Nachhaltigkeits- und Klimaschutzgründen von der Politik unterstützt. Die in Baden-Württemberg gestartete Holzbau-Offensive trägt zusätzlich zur Förderung bei, rund 40 Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser wird in Holz gebaut. Eher mehr als weniger Holz wird in Zukunft benötigt, und um die gesetzten Klimaziele zu erreichen ist Holz ein wichtiger Faktor – auch als CO2-Speicher.

„Betriebe im Landkreis leiden unter der Holz-Flaute und der explodierenden Preise. Aufträge können kurzfristig nicht mehr ausgeführt werden, geplante Gewerke müssen nachkalkuliert werden – mit erheblichen Preissteigerungen“, so der Obermeister der Kreis-Innung Stefan Leibfried. Von der Innung wird darauf hingewiesen, dass sich der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada rächt, auch viele weitere Baustoffe wie Kanalrohre, Farben, Dämmstoffe, Schrauben, etc.) sind von Preissteigerungen und Verknappungen betroffen. Donald Trump hatte in seiner Amtszeit auf kanadische Schnittholzimporte einen Strafzoll von 20 Prozent erhoben, weshalb der bis dahin größte Holzlieferant kaum noch Ware in die USA liefert. Die Branche beklagt den Nachfrage-Boom aus Nordamerika und nicht voll ausgelastete Sägewerksbetreiber, die aufgrund der Lieferengpässe weniger Holz verarbeiten können als notwendig wäre.

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