Südumfahrung wieder nicht im Bundesverkehrswegeplan



Mario Graunke, der stv. Vorsitzende der CDU-Bezirksgruppe Wangen / Hedelfingen / Rohracker hatte eine hochkarätige Veranstaltung versprochen – und er hielt Wort. Mit dem Bundestagsabgeordneten und ordentlichem Mitglied des Verkehrsausschusses des Bundestages Steffen Bilger hatte Mario Graunke den besten Referenten.

Zu Fragen des BVWP 2030, der in der nächsten Woche zur Beschlussfassung im Bundestag ansteht, stand Steffen Bilger Rede und Antwort zu den Projekten in der Region. Alle Verkehrsprojekte, die im BVWP 2030 nicht enthalten sind, können erst in 14 Jahren wieder angemeldet werden. Für die Oberen Neckarvororte und insbesondere für Hedelfingen heißt dies, nachdem die Südumfahrung/Filderauffahrt nicht angemeldet wurde, dass die lärm- und schadstoffgeplagte Bevölkerung diese Tortur weitere Jahrzehnte erdulden muss. Dies führt Steffen Bilder auf die Untätigkeit der Stadt Stuttgart und hier insbesondere Oberbürgermeister Kuhn und des Landesverkehrsministers Winfried Hermann zurück. Von beiden ist die Südumfahrung nicht gewollt. Seit zwei Generationen fordern die Bürger Hedelfingens den Bau, aber die menschenverachtende Haltung von Stadt und Land verhindert alles, dass die Straße in den BVWP aufgenommen wird. Von Ländern, Abgeordneten, dem Bund selbst, Eisenbahninfrastrukturunternehmen, Bürgern, Verbänden und weiteren Akteuren wurden insgesamt 1.860 Projekte angemeldet. Hierfür stehen 114 Milliarden Euro zur Verfügung. Schon mehrfach wurde darüber berichtet, dass Baden-Württemberg im Jahr 2013 über 100 Millionen Bundesmittel verschenkt hatte, da Straßenprojekte nicht oder nicht rechtzeitig geplant wurden. Dies dürfe sich nicht wiederholen. Die geplante Erhöhung der LKW-Maut um 50% spült dem Bund zwei Milliarden Euro in die Kassen. Für Steffen Bilger ist klar, dass die Kosten teilweise an die Verbraucher weitergegeben werden. Prognosen gehen davon aus, dass sich der LKW-Verkehr bis 2030 um 38% erhöht.

Was die Elektromobilität anbelangt, war er nicht gut auf die Landeshauptstadt Stuttgart zu sprechen, da hier trotz großem Aktionismus verhältnismäßig wenig passiert. Die Städte Ludwigsburg oder jetzt beim automatisierten Fahren auch Karlsruhe sind in diesem Bereich wesentlich aktiver. „Alternative Antriebsmodelle sind enorm wichtig“, so Bilger.

Es liegt auf der Hand, dass Straßenverkehrsprojekte in Baden-Württemberg teurer als in anderen Bundesländern werden. Die Topografie erfordert kostspielige Tunnels, als auch Lärmschutzmaßnahmen in dicht besiedelten Gebieten.

Was die Autofahrer freut, die alltäglich die B 10 zwischen Schwanentunnel und Esslingen befahren, ist der 6-spurige Ausbau für die Anmeldung des BVWP. Für den Nordostring gibt es noch weiteren Gesprächsbedarf. Während die Region und Remseck für den Bau plädieren, sperren sich Fellbach und Kornwestheim. Für das Projekt, das im BVWP enthalten ist, muss man versuchen, die Mehrzahl der Beteiligten ins Boot zu bekommen.

Eine interessante Aussage von Zukunftsforschern ließ aufhorchen und erhebliche Zweifel aufkommen: Für das Jahr 2050 werden 80% weniger Kraftfahrzeuge prognostiziert. Auch der Weltuntergang wurde schon mehrfach vorausgesagt und ist nicht eingetreten!

Ein Thema, das Bürgern in Wangen und Hedelfingen unter den Nägeln brennt, wurde von Diskussionsteilnehmern in den Raum gestellt. Für die Hauptradroute 2 zwischen Stgt-Ost und Hedelfingen werden 3,5 Mio. Euro verpulvert, obwohl es günstigere Alternativen gibt. Eine beratungsresistente Stadtverwaltung und der Gemeinderat übergehen sowohl Bürger und Bezirksbeiräte.

Von den profunden Kenntnissen Steffen Bilger’s profitierten zahlreiche Teilnehmer, die ihm für die Einblicke aus erster Hand viel Beifall zollten.

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