Staatssekretärin Bär zu Besuch bei Thales Alenia Space in Deutschland – Das Herzstück des europäischen Navigationssystems GALILEO in Ditzingen



Galileo, das globale europäische Navigationssystem. Von der Bedeutung und den Zusammenhängen dieses wichtigen europäischen Projektes konnten Frau Bär und Herr Bilger sich in der Wiege der deutschen Aktivitäten selbst ein detailliertes Bild machen.

Galileo, ein Programm der Europäischen Weltraumorganisation ESA, ist das europäische zivile Pendant zum amerikanischen militär-gesteuerten GPS und hat mit 18 von 30 Satelliten im Orbit den Betrieb im Dezember 2016 aufgenommen. Eine seiner Herzkammern schlägt mitten in Baden-Württemberg, nicht weit von Stuttgart. Ditzingen ist seit Sommer 2014 Standort für Thales Alenia Space in Deutschland und somit auch für einen wichtigen Teil der Entwicklung von Galileo.

Am 23. Mai 2017 hieß Sven Carstensen, Geschäftsführer der Thales Alenia Space Deutschland GmbH, Frau Dorothee Bär MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur, mit Herrn Steffen Bilger MdB, der unter anderem Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für Galileo ist, in Ditzingen willkommen. Gemeinsam mit Dr. Marcel Kotthoff, Head of Projects, und Nikki McFall, Senior Programm Managerin für Galileo, besichtigten sie „GIULIA“, den Integrationsbereich für das Galileo Bodensegment. Peter Wiebelskircher, System Engineering Manager, erklärte den Gästen die Arbeitsweisen von Thales Alenia Space Deutschland nicht nur auf der Galileo-Plattform sondern auch in der Testanlage für Weltraumkomponente und Bodensegmente sowie auf der Integrationsplattform.
Die Anlage enthält 34 Einheiten, eingegliedert in 14 Elemente, die das Galileo Bodenmissionssegment ausmachen. Diese können in sechs Testplattformen aufgeteilt werden und ermöglichen so eine hohe Flexibilität für verschiedene zeitgleiche Konfigurationen. So kann Thales Alenia Space ohne Probleme dem engen Test-Zeitplan und der Komplexität des Programmes entsprechen. Die Validierungs- und Trainingsplattform wurde ebenfalls besichtigt. Designt und entwickelt in Deutschland von Thales Alenia Space, wird diese bereits im Galileo Control Center in Oberpfaffenhofen, bei München, und in Fucino, Italien, eingesetzt, um die Betriebsstätten zu unterstützen und die Prozesse vor Ort zu verbessern.

Der Besuch vertiefte das Verständnis sowohl für die politische als auch die wirtschaftliche Seite des Galileo Projekts, aber vor allem auch für den Beitrag von Thales Alenia Space zum Programm in Deutschland. Frau Bär und Herr Bilger drückten ihre Unterstützung für die Galileo Aktivitäten in Deutschland und vor allem bei Thales Alenia Space in Gesprächen über PRS Dienstleistungen im Rahmen des Projektes aus.
Satellitennavigation erleichtert nicht nur unsern Alltag. Sie führt uns sicher zum Ziel, zeigt uns unsere Umgebung und ist weder aus dem Auto noch aus dem Mobiltelefon oder Internet wegzudenken. Aber sie rettet auch Leben durch präzise Navigation für schnellere Hilfseinsätze. Bei Unfällen auf dem Meer, wie auf Land, nach Naturkatastrophen können durch öffentlich regulierte Dienste (Public Regulated Service – PRS) Hilfseinsätze genauer und vor allem schneller koordiniert werden. Verschlüsselte Signale, gegen Störungen und Verfälschungen gesichert, werden zum Beispiel Einsatzfahrzeugen der Polizei, der Feuerwehr und der Rettungsdienste zur Verfügung gestellt. Der von den deutschen Sicherheitsbehörden akkreditierte Firmenbereich der Thales Alenia Space in Deutschland ist für besondere Projekte und Aufgaben mit entsprechenden Hochsicherheitsanforderungen gerüstet und umfasst eine restriktive Handhabung von Zutrittsrechten und Beschränkungen für Labor-, Test- und Bürobereiche sowie die physikalische Trennung des Netzwerks. Frau Bär und Herr Bilger durften sich auch in diesem Bereich nach einer strikten Sicherheitskontrolle hiervon selbst überzeugen.

Galileo: 18 von 30 Satelliten des europäischen Navigationssystems, ein Projekt der Europäischen Weltraumorganisation ESA, befinden sich in ihrer Umlaufbahn und sind seit Dezember 2016 in Betrieb. In Deutschland ist Thales Alenia Space für Aufbau, Integration und Validierung des Bodensegmentes zuständig und übernimmt ebenfalls den Aufbau eines Testlabors und einer Testplattform. Thales Alenia Space wurde zusätzlich auch mit der Installation verschiedener Sensoren und Bodenstationen sowie Entwicklung der Galileo GMS Validierungs- und Trainingsplattform in Deutschland betraut.
Thales Alenia Space ist in Deutschland auf Integration, Verifizierung und Qualifizierung großer, komplexer Bodensegmente spezialisiert. Weitere Tätigkeitsbereiche des Unternehmens sind die Konzeption, Entwicklung und Fertigung von Raumfahrt-Nutzlasten, Bodensimulatoren, Testplattformen und elektrischen Bodendienstgeräten. Darüber hinaus entwickelt Thales Alenia Space in Deutschland innovative neue Technologien, zum Beispiel eine Lösung zur globalen weltraumgestützten Flugüberwachung, die mehr Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz in die kommerziellen Luftfahrt bringt. Als Joint Venture der Firmen Thales (mit einem Anteil von 67%) und Leonardo (mit einem Anteil von 33%) formt Thales Alenia Space zusammen mit seinem Pendant Telespazio (Leonardo Anteil 67% und Thales Anteil 33%) die “Space Alliance”.

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