„Welcome to America!“ – erster Bericht aus den USA



“Welcome to America!” – Das ist einer der häufigsten Sätze, die aktuell an mich gerichtet werden. Nach mehr als einem Jahr voller Vorbereitung ging es für mich vergangene Woche auf in die USA. Etwa ein Jahr lang werde ich nun im Bundesstaat Washington in der Nähe von Portland, Oregon mit meiner Gastfamilie leben und eine Highschool besuchen. Ermöglicht wird mir das durch das Parlamentarische Patenschafts-Programm, einem Stipendium, das aus der Zusammenarbeit von Bundestag und Kongress hervorgeht. Dass mein Auslandsjahr nun Wirklichkeit ist, kann ich nur schwer realisieren.

Meine Gastfamilie besteht aus einem jungen Ehepaar, Marie und Dean. Gemeinsam wohnen sie in ihrem Haus in ländlicher Umgebung. Obwohl ich eher das städtische Leben gewöhnt bin, genieße ich es sehr, hier nah an der Natur zu sein und beim Blick aus dem Fenster unzählige Bäume zu sehen. Dies scheint mir insgesamt ein signifikantes Merkmal für den Bundesstaat Washington zu sein, der damit seinem Namen „Evergreen State“ gerecht wird. Jedoch ist mir auch schnell klargeworden, weshalb ein Auto als Fortbewegungsmittel in den USA einen so hohen Stellenwert hat. Öffentliche Verkehrsmittel sind nämlich kaum außerhalb von Portland zu finden, sodass man auf das Auto angewiesen ist.

Obwohl ich erst relativ kurz hier bin, habe ich schon sehr viel erleben können. Letztes Wochenende fand der „Skamania County Fair“ statt, der von Manchen sogar als Event des Jahres in der Region gesehen wird. Man kann sich den Fair als Stadtfest vorstellen, bei dem es eine Achterbahn, ein Karussell und ähnliche Vergnügungsangebote gibt. Das diesjährige Motto lautete „Cowboy boots & Country roots“. Mit einem Cowboy-Hut versuchte ich mich ein wenig dem Dresscode anzupassen. Zudem wurden zahlreiche Wettbewerbe durchgeführt, die mit der Holzindustrie zusammenhängen, die hier eine hohe historische Bedeutung hat. Ein Wettbewerb war beispielsweise das Axtwerfen auf eine Zielscheibe, das dann entsprechend bewertet wird. Daran nahmen unter anderem auch meine Gasteltern teil. Außerdem fand eine Auktion statt, bei der Kinder und Jugendliche aus der Umgebung ihre selbst großgezogenen Tiere verkauften. Dort konnte man von Hühnern über Hasen bis hin zu Kühen viele verschiedene Farmtiere kaufen. Das Gelände, auf dem der Fair stattfand, war mit zahlreichen amerikanischen Flaggen geschmückt und die Nationalhymne wurde zur Eröffnung der Wettbewerbe gesungen. Der stärker ausgeprägte Patriotismus in den USA hat sich hier ziemlich gut gezeigt.

Gemeinsam mit meiner Gastfamilie habe ich bereits Spätzle zubereitet. Da sie jedoch meist auf ihrem Grill kochen, integrierten wir die Spätzle in ein BBQ. Diese in einem Topf auf dem Grill gab ein ziemlich ungewöhnliches Bild ab, aber sinnbildlich kann man hier eine Annäherung der (Essens-)Kulturen sehen.

Schon jetzt bin ich begeistert von meinen bisherigen Erfahrungen und freue mich sehr auf die zahlreichen, die noch kommen werden!

Autorin Alina Wenger

 


Alina Wenger, die im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programmes für etwa ein Jahr im Bundesstaat Washington in der Nähe von Portland (Oregon, USA) bei einer Gastfamilie lebt und eine Highschool besucht, berichtet an dieser Stelle von ihren Erlebnissen in den Vereinigten Staaten.
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